Pflicht zur Kontrolle der Abwasserrohre

02 Teaser Wasserschutzzone 44415282 XSDie Frage ist heikel, denn es geht um viel Geld: Sind Eigentümer zur Kanaldichtheitsprüfung auf ihren Grundstück verpflichtet? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten, die in der Abwasserverordnung geregelt sind. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen handelt es sich zwar nur um eine Ordnungswidrigkeit, die dennoch mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Selbstverpflichtung für Grundstückseigentümer

Kennen Sie die Selbstüberwachungsverordnung Abwasser, kurz SüwVo Abw für NRW? Wenn nicht, befinden Sie sich in guter Gesellschaft, denn kaum ein Immobilienbesitzer hat von dieser Verordnung Kenntnis.

Das Regelwerk legt fest, dass der Eigentümer eines Grundstücks die Dichtigkeit der verlegten Abwasserrohre eigenverantwortlich sicherstellen muss. Was so einfach klingt, kann sich als komplexe Aufgabe erweisen, denn alle Abwasserrohre, die zum Grundstück gehören, sind inbegriffen. Denken Sie bitte auch an im Erdreich oder unzugänglich verlegte Abwasserrohre, an Leitungen, die Schmutzwasser sammeln oder ableiten sowie an verzweigte Leitungen und nicht zuletzt an Inspektionsöffnungen.

Auch ohne explizite gesetzliche Regelung ist der Eigentümer verpflichtet, die Dichtigkeit des Abwassersystems zu gewährleisten. Denn für alle Schäden, die durch Risse, Brüche oder undichte Muffen entstehen, haftet der Grundstückeigentümer.

Zudem zählt in Düsseldorf der sogenannte Anschlusskanal zum Grundstückseigentum. Das ist das Teilstück des Kanals, das vom öffentlichen Straßenkanal zur ersten Revisionsöffnung oder zum Revisionsschacht auf dem Grundstück führt. Auch für diesen Abwasserzweig ist der Eigentümer verantwortlich.

Dichtheitsprüfung ist in Wasserschutzgebieten Pflicht

02 WasserschutzzonenStrenger ist die gesetzliche Lage in Wasserschutzgebieten, in denen das Grundwasser vor Verschmutzung bewahrt werden soll. Mehr als ein Drittel des Stadtgebiets von Düsseldorf, also schätzungsweise über 25.000 Gebäude, gehört zu einer Wasserschutzzone. Eigentümer, deren Grundstück in einem solchen Gebiet liegt, sind verpflichtet, das Abwassersystem auf Dichtheit überprüfen lassen.

Die Wasserschutzzonen sind über das Stadtgebiet verteilt, die drei größten Areale liegen im Norden, am Rand der Stadtmitte und im Süden:

  • Liegt Ihre Immobilie in Norden in Unterrath oder Stockum? Dann könnte sie im Bereich des Wasserschutzgebietes Am Staad liegen.
  • Besitzen Sie ein Grundstück am Rande der Innenstadt in Bilk, Wersten oder Eller? Dann grenzt es möglicherweise an das Wasserschutzgebiet Flehe.
  • Liegt Ihr Grundbesitz im Süden in Urdenbach oder Garath? Dann kann es zum Wasserschutzgebiet Baumberg zählen.

Gewissheit verschafft ein Blick in das Verzeichnis auf der Webseite der Landeshauptstadt Düsseldorf, das alle Straßen aufgelistet, die in Wasserschutzgebieten liegen:
https://www2.duesseldorf.de/umweltamt/umweltthemen-von-a-z/wasser/wasserschutzgebiete.html

Fristen für den „Kanal-TÜV“

Sofern Ihr Grundstück an einer der in dieser Liste verzeichneten Straßen liegt, könnte schnelles Handeln geboten sein. Denn möglicherweise steht die Dichtheitsprüfung bereits an. Die Fristen richten sich nicht nach dem Baujahr des Gebäudes, sondern nach der Installation der Abwasserleitungen:

  • Leitungen, die bis vor 1965 verlegt wurden, mussten bereits bis Ende 2015 geprüft werden.
  • Bei später verlegten Abwasserleitungen läuft die Frist noch bis Ende 2020.

Für die Prüfung sind verschiedene Verfahren zugelassen, über die nur ein Fachunternehmen vor Ort befinden kann. Die Ergebnisse der Zustands- und Funktionsprüfung, wie es amtlich heißt, werden im Prüfprotokoll zusammengefasst und in Düsseldorf dem Stadtentwässerungsbetrieb vorgelegt. Bei einem ernsthaften Schaden besteht akuter Handlungsbedarf, denn die Sanierung hat kurzfristig zu erfolgen. Für leichtere Schäden wird eine Frist von 10 Jahren gewährt.

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